DECT-Telefon mit Totmannschaltung oder moderne PNA-Lösung?

Viele Unternehmen schützen Mitarbeitende in Alleinarbeit seit Jahren mit bewährten, aber bisweilen „in die Jahre gekommenen“ Systemen. Dazu gehören häufig auch DECT-Telefone mit integrierter Totmannschaltung. Gerade in festen Betriebsstrukturen hat sich diese Technik in vielen Bereichen etabliert.

Gleichzeitig verändern sich Arbeitsabläufe. Mitarbeitende bewegen sich zwischen Gebäuden, arbeiten auf Außenflächen oder betreuen technische Anlagen außerhalb der gewohnten Infrastruktur. Damit steigen auch die Anforderungen an den Alleinarbeitsschutz. Viele Verantwortliche stellen sich deshalb die Frage: Reicht ein klassisches DECT-Telefon mit Totmannschaltung noch aus? Oder passt eine moderne Personen-Notsignal-Anlage (PNA), also eine Totmannschalter-Lösung, besser zum Arbeitsalltag?

 

DECT-Telefone mit Totmannschaltung: Standard in vielen Unternehmen

DECT steht für „Digital Enhanced Cordless Telecommunications“ und beschreibt einen etablierten Funkstandard für schnurlose Telefonie in Unternehmen.

Mit einer integrierten Totmannschaltung kann ein DECT-Telefon bestimmte Notfallsituationen erkennen. Das passiert etwa dann, wenn sich eine Person über längere Zeit nicht bewegt oder das Gerät ungewöhnlich geneigt bleibt. Nach einem Voralarm wird automatisch Alarm ausgelöst.

Das kann in vielen Bereichen sinnvoll funktionieren, zum Beispiel in Produktionsbereichen, Lager und Logistik, Pflegeeinrichtungen, Werkstätten oder überall dort, wo Mitarbeitende innerhalb einer bestehenden DECT-Abdeckung arbeiten.

Wichtig dabei: Nicht jedes DECT-Telefon verfügt automatisch über diese Funktion. Für den Alleinarbeitsschutz werden in der Regel spezielle DECT-Mobilteile mit entsprechender Sensorik und passender Systemkonfiguration eingesetzt.

 

Wo DECT-Telefone im Alleinarbeitsschutz an Grenzen stoßen können

DECT-Systeme funktionieren zuverlässig, solange Mitarbeitende sich innerhalb der vorhandenen Infrastruktur bewegen. In der Praxis entstehen jedoch häufig Situationen, in denen genau das nicht mehr ausreicht.

 

1. Schutz innerhalb der DECT-Abdeckung

Ein DECT-Telefon nutzt die firmeneigene Funkinfrastruktur. Das bedeutet: Es funktioniert zuverlässig dort, wo Basisstationen vorhanden sind.

Verlassen Mitarbeitende diesen Bereich, endet die Verbindung. Das gilt beispielsweise:

  • auf Außengeländen
  • in technischen Anlagen außerhalb des Hauptgebäudes
  • innerhalb abgelegener Betriebsflächen

Gerade bei Alleinarbeit kann das kritisch werden. Denn ein Schutzsystem hilft nur dort zuverlässig, wo es erreichbar bleibt.

 

2. Standortinformationen sind oft nur grob möglich

Ein DECT-Telefon verfügt normalerweise nicht über GPS. Im Alarmfall lässt sich häufig erkennen, mit welcher Basisstation das Telefon zuletzt verbunden war. Das reicht lediglich für eine grobe Orientierung. In größeren Gebäuden bedeutet das jedoch oft nur: „Halle A, Bereich Nord, Nähe Basisstation X.“

Im Ernstfall kann es entscheidend sein, eine Person schneller und genauer lokalisieren zu können.

 

3. Erweiterungen benötigen zusätzlichen technischen Aufwand

Wenn neue Bereiche im Unternehmen hinzukommen oder zusätzliche Mitarbeitende abgesichert werden sollen, braucht es bei DECT in der Regel:

  • weitere Basisstationen
  • Prüfung der Funkabdeckung
  • technische Konfiguration

Das ist machbar, aber häufig mit zusätzlichem Planungs- und Installationsaufwand verbunden.

 

Moderne TMS-Lösungen: flexibler auf den Arbeitsalltag abgestimmt

Moderne Totmannschalter-Lösungen sind heute oft flexibler aufgebaut. Statt sich ausschließlich auf eine einzelne Funkinfrastruktur zu stützen, wird ein abgestimmtes Gesamtsystem genutzt. Dazu gehört geeignete Hardware wie Wearables fürs Handgelenk oder mobile Endgeräte, individuell eingerichtete Software sowie auf Wunsch Service, Wartung und Anbindung an eine Notrufleitstelle. Je nach Einsatzbereich bringt das eine Reihe an Vorteilen.

 

1. Standortübergreifender Schutz

Mitarbeitende können auch dann geschützt werden, wenn sie:

  • zwischen Gebäuden wechseln
  • auf Außenflächen arbeiten
  • technische Anlagen außerhalb des Hauptstandorts betreuen
  • zeitweise allein unterwegs sind

 

2. Mehr Informationen im Alarmfall

Neben dem eigentlichen Alarm können – je nach System – weitere Informationen verfügbar sein:

  • Standortdaten
  • definierte Alarmketten
  • Weiterleitung an zuständige Stellen
  • Rückmeldungen im Ereignisfall

So lässt sich im Ernstfall schneller reagieren.

 

3. Individuell anpassbar an unterschiedliche Einsatzbereiche

Nicht jede Alleinarbeit bringt die gleichen Risiken mit sich. Ein Mitarbeitender in einer Produktionshalle arbeitet unter anderen Bedingungen als ein Techniker auf einem Außengelände oder eine Fachkraft in einer abgelegenen technischen Anlage. Entsprechend unterscheiden sich auch die Anforderungen an den Alleinarbeitsschutz.

Moderne Totmannschalter-Lösungen lassen sich deshalb individuell an den tatsächlichen Einsatzbereich anpassen. Je nach Arbeitsumfeld können beispielsweise unterschiedliche Alarmarten sinnvoll sein:

  • automatische Alarmauslösung bei Bewegungslosigkeit oder ungewöhnlicher Lage
  • manuelle Alarmierung per SOS-Taste
  • definierte Rückmeldezeiten bei bestimmten Tätigkeiten
  • unterschiedliche Eskalationswege je nach Einsatzort oder Gefährdung

Auch organisatorische Abläufe lassen sich darauf abstimmen. So kann im Alarmfall zum Beispiel zuerst eine interne Ansprechperson informiert werden, während in anderen Bereichen direkt weitere definierte Stellen eingebunden werden. Das schafft mehr Flexibilität im Umgang mit Notfallsituationen, besonders dann, wenn Mitarbeitende an verschiedenen Standorten arbeiten oder sich Aufgaben und Gefährdungssituationen im Unternehmen unterscheiden.

Statt für alle denselben Standard vorzugeben, lässt sich der Schutz gezielt an reale Arbeitsbedingungen anpassen. Genau das wird im Alleinarbeitsschutz oft entscheidend: Technik sollte nicht nur vorhanden sein, sondern zum konkreten Einsatz auch wirklich passen.

 

4. Präzisere Standortinformationen im Alarmfall

Bei klassischen DECT-Telefonen reicht die Ortung für eine grobe Einordnung, etwa auf Gebäude- oder Bereichsebene. Moderne Totmannschalter-Lösungen nutzen mehrere Ortungstechnologien gleichzeitig:

  • Global Positioning System (GPS) für Außenbereiche
  • WLAN-Ortung innerhalb von Gebäuden
  • Bluetooth bzw. Beacons zur genaueren Positionsbestimmung

Dadurch lässt sich ein Alarm oft deutlich präziser einordnen, zum Beispiel nicht nur „im Gebäude“, sondern in einem konkreteren Bereich oder an einem definierten Einsatzort. Gerade bei Alleinarbeit zählt im Ernstfall jede Minute. Je schneller ein Standort eingegrenzt werden kann, desto gezielter lässt sich Hilfe organisieren.

 

DECT-Telefon oder moderne Totmannschalter-Lösung: Was passt besser?

Auf Basis heutiger Ansprüche an Arbeitssicherheit und Alleinarbeiterschutz ist eine moderne Totmannschalter-Lösung in den meisten Fällen die bessere Lösung. Sie ist flexibler, besser an unterschiedliche Einsatzbereiche anpassbar und unterstützt Unternehmen dabei, Alleinarbeit zeitgemäß abzusichern. Denn im Notfall zählt nicht nur der Alarm, sondern dass Hilfe schnell und zuverlässig am richtigen Ort ankommt.

Almas Industries bietet Unternehmen moderne Totmannschalter mit Funktionen wie SOS-Taste, Lagealarm, Ruhealarm, Ortung, Zwei-Wege-Kommunikation, individueller Programmierung, Benutzerschulung und 24/7-Überwachung über eine qualifizierte Leitstelle. Kontaktieren Sie uns gern.

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