Welches Gerät eignet sich zum Schutz von Alleinarbeitern?
Welches Gerät für Alleinarbeiter geeignet ist, hängt von der Gefährdung, der Arbeitsumgebung und der erforderlichen Hilfeleistung ab. Kann eine Person im Notfall möglicherweise nicht selbst Hilfe rufen, sind Lösungen mit automatischer Alarmierung wie PNA-Geräte oder Totmannmelder besonders relevant. Je nach Einsatz können zusätzlich Funktionen wie Indoor- oder GPS-Ortung, Sprachkommunikation oder eine ATEX-Zulassung erforderlich sein.
Orientierung nach Einsatz
Welches Gerät passt zu Ihrer Arbeitssituation?
Nicht jede Form der Alleinarbeit erfordert dieselbe technische Lösung. Entscheidend sind die konkrete Gefährdung, die Arbeitsumgebung und die Bedingungen am Einsatzort. Daraus ergibt sich, welche Funktionen ein Alleinarbeiterschutz-Gerät tatsächlich benötigt.
01
Erhöhte Unfallgefahr
Arbeiten mit erhöhter Unfallgefahr
Bei Arbeiten an Maschinen, in der Höhe oder bei Tätigkeiten mit erhöhtem Verletzungsrisiko kann ein Unfall dazu führen, dass die betroffene Person nicht mehr selbst Hilfe rufen kann. Ein ausschließlich manueller SOS-Alarm reicht deshalb möglicherweise nicht aus. Ruhe- oder Lagealarm können einen Notfall automatisch melden und den Alarm beispielsweise an eine 24/7 besetzte Notrufleitstelle weiterleiten.
02
Wechselnde Arbeitsorte
Mobile Arbeit an wechselnden Arbeitsorten
Beschäftigte arbeiten regelmäßig an unterschiedlichen Einsatzorten und können sich nicht auf eine fest installierte Infrastruktur verlassen. Die Schutzlösung muss deshalb unabhängig vom jeweiligen Standort funktionieren. Bei Tätigkeiten im Freien kann zusätzlich die Übermittlung der Position entscheidend sein.
03
Hoher Umgebungslärm
Arbeiten bei hohem Umgebungslärm
Bei hohem Maschinen- oder Umgebungslärm können Hilferufe und akustische Signale überhört werden. Für solche Arbeitsbereiche eignen sich Geräte mit besonders leistungsstarker akustischer Signalisierung und automatischer Notfallerkennung. Ruhe- und Lagesensoren können auch bei Handlungsunfähigkeit Alarm auslösen und diesen automatisch weiterleiten.
04
Große & komplexe Gebäude
Alleinarbeit in großen oder komplexen Gebäuden
In großen Produktionshallen, Lagern oder weitläufigen Gebäudekomplexen reicht die Information, dass ein Alarm ausgelöst wurde, nicht aus. Helfer müssen möglichst schnell erkennen können, in welchem Gebäudebereich sich die betroffene Person befindet. Bluetooth-Beacons können dafür definierte Ortungszonen bereitstellen.
05
Explosionsgefährdete Bereiche
Arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen
In Ex-Bereichen können explosionsfähige Atmosphären durch Gase, Dämpfe oder Stäube entstehen. Eingesetzte Geräte müssen deshalb für die jeweilige Ex-Zone geeignet sein und dürfen selbst keine wirksame Zündquelle darstellen. Dazu gehören unter anderem der Schutz vor Funkenbildung, Lichtbögen, Überhitzung und elektrostatischen Entladungen.
06
Übergriffs- & Bedrohungsrisiko
Arbeiten mit erhöhtem Übergriffs- oder Bedrohungsrisiko
Bei Bedrohungen oder Übergriffen liegt häufig kein automatisch erkennbarer Notfall vor. Die betroffene Person muss deshalb selbst schnell Hilfe anfordern können. Dabei kann es entscheidend sein, den Alarm möglichst unauffällig auszulösen, ohne die Situation zusätzlich zu verschärfen.
Welche technischen Schutzmaßnahmen tatsächlich erforderlich sind, sollte im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung bestimmt werden.
Gerätearten im Überblick
Welche Arten von Alleinarbeiterschutz-Geräten gibt es?
Alleinarbeiterschutz kann technisch unterschiedlich umgesetzt werden. Welche Geräteart geeignet ist, hängt von der Gefährdung, der Arbeitsumgebung und den benötigten Alarmfunktionen ab. Neben PNA-Geräten mit unterschiedlichen Trageformen stehen App-Wearable-Lösungen sowie Spezialgeräte für besondere Einsatzbedingungen zur Verfügung.
PNA-Gerät mit Clip
Flexibel an der Kleidung tragbar
PNA-Geräte mit Clip werden direkt an der Arbeitskleidung getragen und bleiben dadurch im Arbeitsalltag schnell erreichbar. Die kompakte Trageform eignet sich für Beschäftigte, die ihr Schutzgerät flexibel und körpernah mitführen möchten.
PNA-Notrufuhr
Schutz direkt am Handgelenk
PNA-Notrufuhren werden direkt am Handgelenk getragen und sind dadurch jederzeit schnell erreichbar. Die unauffällige Bauform verbindet den Alleinarbeiterschutz mit einer diskreten und komfortablen Trageweise.
App & Wearable
Smartphonebasierte Lösung
Smartphone und tragbares Wearable bilden gemeinsam die Schutzlösung. Der Notrufgeber befindet sich direkt am Körper, während die App Kommunikation und weitere Schutzfunktionen übernimmt.
Hoher Umgebungslärm
Geräte für laute Arbeitsbereiche
Für Produktionsbereiche, Maschinenumgebungen und andere laute Arbeitsplätze können Geräte mit besonders leistungsstarker akustischer Signalisierung und automatischer Notfallerkennung erforderlich sein.
Explosionsgefährdete Bereiche
ATEX-PNA für Ex-Bereiche
In explosionsgefährdeten Arbeitsbereichen müssen eingesetzte Geräte für die jeweilige Ex-Zone geeignet sein. Dafür kommen speziell ausgelegte und entsprechend zertifizierte Personen-Notsignal-Geräte zum Einsatz.
Alternative Technologie
Bestehende DECT-Infrastruktur?
DECT-basierte Lösungen werden ebenfalls zum Schutz von Alleinarbeitern eingesetzt. Ob DECT oder eine moderne PNA-Lösung besser zum Einsatz passt, hängt von der vorhandenen Infrastruktur sowie den benötigten Alarm-, Ortungs- und Mobilitätsfunktionen ab.
Wie wählt man das passende Alleinarbeiterschutz-Gerät aus?
Das passende Alleinarbeiterschutz-Gerät wird anhand der konkreten Gefährdung, der Arbeitsumgebung und der erforderlichen Schutzfunktionen ausgewählt. Dabei sollte berücksichtigt werden, wie ein Notfall erkannt, die betroffene Person lokalisiert und der Alarm zuverlässig weitergeleitet wird. Ebenso wichtig ist eine klar definierte Alarmkette, damit im Notfall schnell Hilfe organisiert werden kann.
Diese Punkte sollten vor der Auswahl eines Geräts geklärt werden.
Gefährdung beurteilen
Zuerst muss bewertet werden, welche Notfallsituationen bei der Tätigkeit auftreten können. Kann eine verunfallte Person möglicherweise nicht mehr selbst Hilfe anfordern, sollte das Gerät neben einer manuellen SOS-Auslösung auch eine automatische Notfallerkennung ermöglichen.
Arbeitsumgebung berücksichtigen
Die Arbeitsumgebung bestimmt, welche technischen Eigenschaften erforderlich sind. Hoher Umgebungslärm, Staub und Feuchtigkeit, Arbeiten im Freien oder explosionsgefährdete Bereiche können besondere Anforderungen an Robustheit, Signalisierung oder Zulassung des Geräts stellen.
Ortungsbedarf bestimmen
Bei mobilen Tätigkeiten, großen Betriebsgeländen oder weitläufigen Gebäuden sollte neben der Alarmierung auch die Lokalisierung berücksichtigt werden. Je nach Einsatzbereich kann dafür eine Outdoor-Ortung oder eine Indoor-Lokalisierung erforderlich sein.
Alarmübertragung festlegen
Ein ausgelöster Alarm muss den vorgesehenen Alarmempfänger zuverlässig erreichen. Deshalb sollte geprüft werden, welche Kommunikationsverbindungen am Einsatzort verfügbar sind und ob die Alarmübertragung auch bei mobilen oder wechselnden Arbeitsorten sichergestellt ist.
Alarmkette organisieren
Die technische Alarmauslösung allein stellt noch keine schnelle Hilfe sicher. Es muss festgelegt sein, wer einen Alarm entgegennimmt, wie die Situation geprüft wird und welche Personen oder Einsatzkräfte anschließend nach einer definierten Alarm- und Eskalationskette verständigt werden.
Das passende Alleinarbeiterschutz-Gerät ergibt sich aus dem Einsatz – nicht umgekehrt. Die technische Lösung sollte immer zu Gefährdung, Arbeitsumgebung und vorgesehener Alarmorganisation passen.
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Braucht ein Alleinarbeiterschutzgerät eine Ortungsfunktion?
Eine Ortungsfunktion ist wichtig, damit eine allein arbeitende Person im Notfall möglichst schnell gefunden werden kann. Auch bei einem grundsätzlich festen Arbeitsplatz kann sich die Person während ihrer Tätigkeit in andere Bereiche bewegen. Je nach Arbeitsumgebung kommen deshalb unterschiedliche Ortungsverfahren zum Einsatz: Im Außenbereich kann die Position über GPS bestimmt werden, während innerhalb von Gebäuden beispielsweise WLAN oder Bluetooth-Beacons zur Lokalisierung genutzt werden können.
Wie funktioniert die Ortung eines Alleinarbeiterschutzgeräts im Außenbereich?
Im Außenbereich kann die Position eines Alleinarbeiters über GPS bestimmt werden. Bei den entsprechenden PNA-Geräten von Almas wird die Alarmmeldung über das Mobilfunknetz an die Notrufleitstelle übertragen; dabei können auch verfügbare Standortinformationen übermittelt werden. So kann die betroffene Person auch bei wechselnden Arbeitsorten oder auf weitläufigen Außengeländen lokalisiert und gezielt Hilfe organisiert werden.
Kann ein Alleinarbeiterschutzgerät auch automatisch Alarm auslösen?
Ja. Ein Alleinarbeiterschutzgerät kann je nach Ausstattung neben einem manuellen SOS-Alarm auch automatisch einen Alarm auslösen. Ruhe- oder Lagealarme können beispielsweise erkennen, wenn sich eine Person über einen definierten Zeitraum nicht bewegt oder sich das Gerät über längere Zeit in einer ungewöhnlichen Lage befindet. Dadurch kann auch dann ein Alarm ausgelöst werden, wenn die betroffene Person nach einem Unfall nicht mehr selbst Hilfe anfordern kann.
Was passiert, wenn ein Alleinarbeiterschutzgerät Alarm auslöst?
Nach der Alarmauslösung wird die Alarmmeldung an den festgelegten Alarmempfänger weitergeleitet. Bei einer Anbindung an eine Notrufleitstelle kann der Alarm dort entgegengenommen und geprüft werden. Verfügbare Standortinformationen unterstützen dabei, die betroffene Person zu lokalisieren. Anschließend werden entsprechend der festgelegten Alarm- und Eskalationskette die vorgesehenen Kontakte oder Einsatzkräfte verständigt.
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